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Sketchnote Barcamp Hannover 2019

Sketchnote Barcamp Header

Es ist langsam wie ein Heimspiel. Das Sketchnote Barcamp Hannover. Ursprünglich war es mal des Sketchnote Barcamp Deutschland. Aber ich denke mal, das hat sich jetzt. Tanja Wehr und ihr Team – allen voran Marjuka und Hille – machen das schon. Auf der einen Seite ist das natürlich ein bisschen schade, denn weder haben andere Orga-Teams die Gelegenheit, sich auszuprobieren und vielleicht auch mal einen anderen Stil zu etablieren, noch kommen andere Städte in Deutschland mal zum Zug. Auf der anderen Seite läuft es einfach auch gut. Vielleicht ist es ja ganz gut für die Community, dass sie sich nicht ständig auf etwas Neues einstellen muss. Denn vor allem geht es ums Sketchnoten, und nicht darum, sich immer wieder auf neue Befindlichkeiten einzustellen.

Transformationswerk

Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit. Freitagnachmittag trafen sich (fast) alle im Transformationswerk in Hannover. Echt eine coole Location. Und hier noch einmal vielen Dank an die Transformations-Werker. Sie sind am Freitag und Samstag weitgehend ausgezogen, damit eine Horde Verrückter bei ihnen einziehen konnte.

Transformationswerk
Transformationswerk

Der Freitag stand noch nicht unter dem Motto Barcamp, sondern unter dem Motto Begegnung. Und ich bin vielen begegnet. Vor allem Bekannten aus Twitter, Instagram und vor allem von den letzten Barcamps, sei es den beiden International Sketchnote Camps, oder dem letzten Sketchnote Barcamp Deutschland/Hannover. Viele Grüße an dieser Stelle an Katha, Nicole, Andrea, Tanja, Bruno, Tom, Conny, Katrin, und und und …

Es war wirklich schön. Fast wie ein Familientreffen. Aber auch die Kontakte mit den Neuen“ waren – wie immer – bereichernd. Wobei das nur heißt, dass ich sie noch nicht kannte, nicht, dass sie unbekannt in der Szene wären.

Graphic Recording

Begrüßung. Drei Workshops. Ich entschied mich für den mit Franzi. Die Methode, einen Graphic-Recording-Auftrag zu durchdringen, das Thema zu erfassen, Bilder und Icons zu finden und vor allem das Key Visual, hat mir richtig weitergeholfen. Und ich hatte das Gefühl, dass auch viele andere davon profitierten.

Bildideen im Skizzenbuch entwickeln
Bildideen im Skizzenbuch entwickeln

Es ist echt eine tolle Community. In anderen Bereichen bekämpft man sich gegenseitig. Bei den Sketchnotern, Graphic Recordern, Graphic Facilitators hilft man sich gegenseitig, gibt sich Tipps und unterstützt sich. Manchmal reicht man sogar Aufträge weiter. Danke! Es macht viel Spaß. Und ich bin überzeugt, dass das das bessere Konzept ist. Ich bin sicher, hiervon profitieren mittelfristig alle Beteiligten.

Zurück zu Freitagabend: Nach Begrüßung, Workshop, Smalltalk löste sich das Ganze langsam auf. Wir gehörten zu den Glücklichen, die in der L’Osteria, ein Stockwerk tiefer, einen Platz bekamen. Zwar warteten wir lange auf die Pizza (keine gute Idee, direkt nach Einführung eines neuen Kassensystems dort hinzugehen), aber dafür waren die Gespräche umso intensiver und die Pizzen, als sie endlich kamen, riesig und lecker. Ein schöner Ausklang des Tages. Und wir tauschten uns nicht nur auf professioneller Ebene, sondern auch privat aus.

Samstag Sketchnote Barcamp Hannover: Ein zweites Mal großes Hallo. Jetzt waren alle da. Tanja Wehr wollte sich eigentlich bei den Workshopgebern bedanken. Aber die waren noch nicht anwesend. Aber es ist eh effektiver, mit etwas Verspätung zu kommen („Pavo läuft eben so langsam.“).  😉

Pavo läuft so langsam

Kurzes Intro. Danach ging es in die Sessionplanung. Bei anderen Barcamps bangen die Veranstalter oft. Häufig werden nicht alle Session-Slots voll und man muss auf ein paar angetriggerte Unterstützer zurückgreifen. Aber beim Sketchnote-Barcamp war das anders: Es gab vier Slots mit drei parallelen Sessions. Und es gab deutlich mehr Sessionanbieter. Also musste sich das Orga-Team kurz zurückziehen und anhand geklebter Bewertungspunkte eine Auswahl durchführen und auch ein paar Sessions nach Rücksprache mit den Anbietern zusammenfassen.

Sessionplan
Sessionplan

Visuelle Spiele

Und die angebotenen Sessions waren echt spannend. Meine eigene war gleich zu Beginn. Also fiel mir die Wahl leicht. Ich durfte meine eigene Session durchführen: Visuelle Spiele. Es gab bei mir zwei Gruppen von Spielen: In der einen ging es darum, selbst zu visualisieren. In der anderen, visuelle Informationen zu verarbeiten und darauf zu reagieren.

Wobei so eine Dreiviertel Stunde verdammt schnell vergeht. So kümmerten wir uns nur um die erste Gruppe von Spielen. Wir spielten gemeinsam Pictionary, Stille Post Extrem und Stadt, Land, Symbol. Alle waren mit Feuereifer dabei und nicht nur ich hatte meinen Spaß. Die andere Gruppe von Spielen stellte ich nur kurz vor. Die Spiele der ersten Gruppe setze ich auch in Workshops ein. Sie helfen, Längen in Workshops zu überwinden und Teilnehmer wieder zu aktivieren. Der Applaus der Teilnehmer am Ende bestätigte mich. Ich hoffe, dass einige der Teilnehmer der Session selbst diese Spiele mal in ihren Workshops ausprobieren werden. Oder einfach Spaß daran haben, zu spielen.

Die zweite Session, und die erste für mich als Teilnehmer, war „Figuren zeichnen“ bei Heike Haas. Bereits beim letzten Sketchnote Barcamp hatte ich an einer ähnlichen Session von Heike teilgenommen. Und auch diesmal konnte ich wieder einiges mitnehmen. „Weg von den reinen Strichmännchen. Arbeitet mit Charakteren!“ 45 Minuten sind wenig. Aber wieder lernte ich einiges über die Reihenfolge der verschiedenen Elemente einer Figur, Hände, Augen, Emotionen. Danke, Heike. Und ihr Buch muss ich mir eh noch anschauen.

Eisauto

Der Sketchnote-Barcamp-Eistruck
Der Sketchnote-Barcamp-Eistruck

Dann war erst mal Mittagspause. Das Catering war wieder lecker. Eigentlich ein vermeintlich unwichtiges Detail. Aber wenn das Essen nicht passt, dann sind die Leute ganz schnell am meckern und die Stimmung kann kippen. Aber da bestand überhaupt keine Gefahr. Und als Sahnehäubchen auf das Ganze hatte Tanja dann auch noch ein Eisauto bestellt. Ziemlich cool. Nicht nur für Luise.  😉

Die nächste Session, an der ich teilnahm, war von Kristina. Sie arbeitet bei der Europäischen Zentralbank. Wir hatten uns bereits am Abend zuvor ausgetauscht. Und ich war echt froh, dass ihre Session nicht zur gleichen Zeit mit meiner lief. Der Titel der Session: „Krustenknacker“. Bei ihr ging es darum, Visualisierung in Unternehmen einzuführen und zu erreichen, dass sie als Methode akzeptiert wird.

Krustenknacker

Sie definierte fünf Phasen von „ich bin der einzige in der Firma, der visualisiert, keiner weiß davon“ bis hin zu „meine Firma hat eine eigene Abteilung, die für Visualisierungen verantwortlich ist“. Für mich war es besonders spannend, denn ich dachte bisher, dass wir bei uns nicht besonders weit in dieser Richtung sind. Aber letzten Endes musste ich erkennen, dass wir gar nicht so schlecht aufgestellt sind. Immerhin hat einer der Bereichsleiter bei mir angefragt, ob ich im Oktober ein Treffen der bundesweiten Kollegen mit einem Graphic Recording begleiten könnte. Solche Aha-Erlebnisse, durch die man seine Situation plötzlich neu bewertet, finde ich immer besonders spannend.

Gewimmel auf dem Sketchnote Barcamp
Gewimmel auf dem Sketchnote Barcamp

Sketchnote Barcamp Hannover: Edusketching

Meine letzte Session betraf etwas, mit dem ich mich persönlich auch seit etwa drei Jahren auseinandersetze: Sketchnotes/Visualisierungen in der Lehre, oder Edusketching. Es gab vier Session-Anbieter mit ähnlichen Themen und so wurden die Sessions zu einer zusammengefasst. Das Thema, mit Visualisierungen zu Lehren, aber auch zu Lernen ist echt heiß. Und so gab es auch in dieser Session wieder einige neue Ideen und Perspektiven. Wie gesagt: Mein Thema. Ich habe dazu bereits selbst mehrere Workshops an der HWR Berlin gegeben.

Vier Kulturtechniken
Vier Kulturtechniken

Insgesamt fand ich das Sketchnote Barcamp wieder sehr bereichernd. Ich finde Barcamps einfach ein tolles Austausch- und Lernformat. Es gibt unheimlich viele Menschen, die etwas zu sagen, beizutragen haben. Auch wenn sie vielleicht nie als Speaker auf einer Konferenz gebucht würden. Aber hier kommen sie glücklicherweise zu Wort. Und in der Sketchnoter-Community funktioniert dieses Format besonders gut.

Jetzt freue ich mich erst einmal auf den internationalen Austausch auf dem ISC, dem International SketchnoteCamp im August in Paris. Einige der deutschen Sketchnoter werden nicht dabei sein, da das Barcamp vergleichsweise teuer ist und für viele der Termin ungünstig ist. Auf der anderen Seite werden einige „Nicht-Deutsche“ mit von der Partie sein. Ich finde es spannend.

Also: Visualisiert! Tauscht euch aus! Und: Bleibt neugierig!

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4 Gedanken zu „Sketchnote Barcamp Hannover 2019

  1. […] Visuelle Spiele mit Peter Schmitt. Ich werde definitiv jeweils mindestens ein visuelles Spiel mitnehmen in meine längeren Workshops. Durch die Geschwindigkeit in der gezeichnet werden muss, können die Spielenden gar nicht reflektieren, ob sie zeichnen können oder nicht. Das lockert! Sketchnotes: © Ania Groß Heike Haas‘ ausdruckstarke Mimik hat den ohnehin kurzweiligen Vortrag aufgelockert. Wichtigste Erkenntnis: Wenn man einer blondgelockten Holden einen Bart malt, kriegt man Thomas Gottschalk (schade, dass ich den nicht häufiger in meinen Sketchnotes brauche!). © Ania Groß Britta Ludwig hatte schon andere Figuren, aber am bekanntesten ist Herr Pöppel, den es auch gehäkelt, aus Edelstahl und als Fimo-Figürchen für Ihre Klientinnen gibt. Sketchnotes: © Ania Groß Für diese Session wurden drei oder vier Sessionvorschläge zu einer zusammengefasst. Das Thema hätte mehr Raum gebrauchen können. Sketchnotes: © Ania Groß […]

    1. Liebe Ania, ganz herzlichen Dank für deinen schönen Kommentar. Peps

  2. Hey Peps,

    Vielen Dank für deinen Bericht und dein freundliches Feedback zu meiner Session.
    Ich fand das Barcamp sehr liebevoll vorbereitet und ich hab mich sehr wohl gefühlt. Deine Spielesession hat mir außerdem sehr viele wertvolle Impulse mitgeliefert. Danke dafür! Bei uns am Tisch warst du fortan der Spieler-Dealer unseres Vertrauens 😬Komm mich gern auf meinem Blog besuchen. waschatelier.de Liebe Grüße, Heike

    1. Liebe Heike,
      danke dir für deinen Kommentar. Da komme ich dich doch gleich mal auf deinem Blog besuchen. 🙂
      Spieler-Dealer … Nicht schlecht. 😉
      Lieben Gruß
      Peps.

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